
Donnerstag, 3. Oktober 2008

Bundesverteidigungsminister Franz-Josef Jung wird in den nächsten Tagen und Wochen viel Post aus Schortens erhalten. Das hoffen zumindest Bürgermeister Gerhard Böhling und mit ihm alle Mitstreiter, die für den Erhalt des von Abholzung bedrohten Forsts Upjever kämpfen. Sie rufen alle Bürger der Stadt und der Nachbarkommunen auf, dem Verteidigungsminister massenweise die Postkarten zu schicken, die die Stadt in diesen Tagen an alle Haushalte in Schortens und in den Nachbarorten verteilen lässt.
„Hände weg vom alten Holz!“ und „Keine Abholzungen im Forst Upjever!“ prangen als Forderung über dem Motiv einer uralten Buche im Forst. Auf der Rückseite der bereits ans Ministerium adressierten Karte steht ein kurzer Text, in dem die Bürger ihre Sorge um den bedrohten Wald ausdrücken und den Minister bitten, die Entscheidung nochmals zu überdenken. Die Bürger brauchen nichts weiter zu tun, als die Karte zu unterschreiben und mit einer 45-Cent-Marke zu frankieren. „Eine Briefmarke wird jeder Schortenser für den Erhalt des Waldes übrig haben“, hofft Böhling.
20 000 Protest-Postkarten hat die Stadt Schortens drucken lassen. Rund 14 000 Karten werden an die Haushalte verteilt, die übrigen 6000 liegen in den Rathäusern und etlichen öffentlichen Gebäuden in Schortens und in den Nachbarorten aus.
Die Idee zu dieser Aktion stammt von der Grünen-Ratsfrau Utta Schüder. Die Gestaltung der Karte und den Druck hat Axel Homfeldt als Geschäftsführer der Compono-GmbH übernommen, auch die Verteilung an die Haushalte erfolgt kostenlos.
Böhling erklärte, seit seinem Besuch beim Minister vor 14 Tagen in Berlin noch keine Neuigkeiten zu den Abholzungs-Plänen gehört zu haben. Wie mehrfach berichtet, soll wohl Ende Oktober eine Entscheidung fallen. Homfeldt erklärte, durch solche Maßnahmen soll der Druck auf das Ministerium konstant gehalten werden.
Bild: Oliver Braun
Text: Nordwest-Zeitung


